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„ A n t i d e u t s c h e “

Am 2. April, einen Tag nach dem 60. Jahrestag der Befreiung durch die USamerikanischen Truppen, fand in Neuhof (Landkreis Fulda) eine Demonstration von Linksextremisten statt, die unter dem Motto „Tag der Besatzung von Neuhof feiern! Für
eine Entbarbarisierung des platten Landes!“ stand. Rund 40 sogenannte „Antideutsche“ demonstrierten „gegen den antisemitischen Konsens in der Dorfgemeinschaft
von Neuhof [...] [, das] beispielhaft für das ganz normale Grauen in der deutschen Provinz stehen darf.“ Neuhof ist der Heimatort des ehemaligen Bundestagsabgeordneten Martin Hohmann,
der wegen antisemitischer Äußerungen aus der CDU ausgeschlossen worden war.

Teilnahme an Kundgebungen
Kommunikationsmittel
Initiator dieser Demonstration war die gruppe8.mai. Der Aufruf wurde vom Bündnis gegen Antisemitismus Rhein-Main, Sinistra! Frankfurt und (aae) Marburg unterzeichnet, die sich selbst dem antideutschen Spektrum zurechnen. Die sehr uneinheitliche
Bewegung innerhalb der linksextremistischen Szene, der in Hessen v. a. an Hochschulen aktive Gruppen angehören, hat sich aus der autonomen Szene heraus entwickelt, vertritt
jedoch zum Teil konträre Auffassungen zu dieser. Aus diesem Grund kommt es auch regelmäßig zu Auseinandersetzungen. Auf Demonstrationen fallen „Antideutsche“, die nur einen geringen Teil der Linksextremisten darstellen, vor allem dadurch auf, dass sie israelische oder US-amerikanische Fahnen mit sich tragen, was in der übrigen Szene als Provokation aufgefasst wird.
Ausgangspunkt der „antideutschen“ Ideologie ist die ungebrochene Solidarität mit dem jüdischen Volk sowie dem Staat Israel. Im Unterschied zu anderen Linksextremisten, die
im Nahostkonflikt traditionell propalästinensische Positionen vertreten, stehen „Antideutsche“ vorbehaltlos zu Israel. Sie sehen die Existenz des Staates Israels gerechtfertigt
als eine Notwendigkeit gegen die existenzielle Bedrohung des jüdischen Volkes. Der „Deutschen Volkgemeinschaft“ und der übrigen Linken werfen die „Antideutschen“ vor, offen oder latent antiamerikanisch und vor allem antisemitisch zu sein. Mit
dem Slogan „Deutschland war als Kind schon scheiße“ bringen sie zum Ausdruck, dass sie Deutschland seit jeher als reaktionär, antiliberal und antisemitisch halten. Obwohl sie - wenn auch in sehr diffuser Form - die Vision eines weltweiten Kommunismus
haben, sehen sie den Kapitalismus in US-amerikanischer Form als Träger eigentlicher Zivilisation. Sie sehen hierin einen Weg zur Befreiung von Unterdrückung und die notwendige Übergangsstufe zum Kommunismus. „Antideutsche“ verteidigen vor diesem Hintergrund im Unterschied zu den meisten anderen Linksextremisten auch militärische Handlungen der USA in Afghanistan und im Irak unter dem Motto „Sherry statt Sharia!“
Linksextremistischen Zusammenschlüssen, die nach Ansicht der „Antideutschen“ einem „romantischen Antikapitalismus“ anhängen, wird von „antideutscher“ Seite unterstellt, aus rassistisch-antisemitischen Motiven zu handeln. Sie hingegen würden an einer klaren Vision der Überwindung Deutschlands und damit des Kapitalismus festhalten."

Auszug aus dem hessischen Verfassungsschutzbericht 2005.
28.5.06 14:01
 



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